Custom GPTs: Spezialisierte AI-Assistenten bauen
Ein anderer Ansatz, dasselbe Ziel
Abschnitt betitelt „Ein anderer Ansatz, dasselbe Ziel“Claude Projects sind Workspaces — du arbeitest in ihnen. Custom GPTs Spezialisierte Versionen von ChatGPT, die mit eigenen Instructions, Knowledge Files und optionalen API-Actions konfiguriert werden. Sie können privat genutzt, per Link geteilt oder im GPT Store veröffentlicht werden. verfolgen einen anderen Ansatz: Du baust einen spezialisierten Assistenten, der eine bestimmte Aufgabe besonders gut kann. Weniger Workspace, mehr Werkzeug.
Das Konzept ist verwandt — persistenter Kontext durch vordefinierte Regeln und Wissen — aber die Umsetzung unterscheidet sich.
Anatomie eines Custom GPT
Abschnitt betitelt „Anatomie eines Custom GPT“Jeder Custom GPT besteht aus drei Elementen:
| Element | Was es tut | Pflicht? |
|---|---|---|
| Instructions | System Prompt — Rolle, Regeln, Verhalten | Ja |
| Knowledge Files | Hochgeladene Dokumente als Referenz | Optional |
| Actions | API-Aufrufe an externe Dienste | Optional |
Instructions
Abschnitt betitelt „Instructions“Das Kernstück. Ein Freitext-Feld (bis ca. 8.000 Zeichen), das bei jeder Konversation als System Prompt Eine versteckte Anweisung, die das Verhalten der AI für die gesamte Konversation festlegt — sie wird vor dem eigentlichen Gespräch gesetzt und ist in der Regel nicht sichtbar. geladen wird. Hier definierst du, wer der GPT ist, was er kann und wie er sich verhalten soll.
Knowledge Files
Abschnitt betitelt „Knowledge Files“Dokumente, die der GPT als Wissensbasis nutzt. Formate: PDF, DOCX, TXT, CSV und weitere. Die Dateien werden automatisch indiziert — der GPT durchsucht sie, wenn eine Frage dazu passt.
Actions
Abschnitt betitelt „Actions“Die besondere Stärke von Custom GPTs: Über Actions API-Aufrufe, die ein Custom GPT an externe Dienste senden kann — konfiguriert über eine OpenAPI-Spezifikation. Ermöglicht echte Tool-Integration, z.B. Daten abrufen oder Aktionen auslösen. kann ein GPT externe APIs aufrufen. Das macht ihn von einem Gesprächspartner zu einem echten Tool — er kann Daten abrufen, Berechnungen auslösen oder in Systeme schreiben. Das erfordert allerdings technische Kenntnisse (OpenAPI-Spezifikationen).
Schritt für Schritt: Einen Custom GPT erstellen
Abschnitt betitelt „Schritt für Schritt: Einen Custom GPT erstellen“1. GPT Builder öffnen
Abschnitt betitelt „1. GPT Builder öffnen“In ChatGPT: “Create a GPT” (verfügbar für Plus-, Team- und Enterprise-Nutzer). Der GPT Builder bietet zwei Modi:
- Create (geführt): ChatGPT stellt Fragen und baut den GPT interaktiv auf
- Configure (manuell): Du schreibst Instructions, lädst Files hoch und konfigurierst Actions direkt
Für Kontrolle empfiehlt sich der Configure-Modus.
2. Instructions schreiben
Abschnitt betitelt „2. Instructions schreiben“Beispiel für einen Meeting-Notes-GPT:
Du bist ein Meeting-Assistent für ein Produktteam.
Deine Aufgabe:Wenn dir Meeting-Notizen oder ein Transkript gegeben werden,erstelle eine strukturierte Zusammenfassung.
Format:- Teilnehmer (wer war dabei)- Entscheidungen (was wurde beschlossen)- Action Items (wer macht was bis wann)- Offene Fragen (was muss noch geklärt werden)
Regeln:- Halte die Zusammenfassung unter 300 Wörtern- Formuliere Action Items als "Wer + Was + Bis wann"- Bei unklaren Punkten: kennzeichne sie als "Unklar aus Notizen"- Schreibe auf Deutsch3. Knowledge Files hochladen
Abschnitt betitelt „3. Knowledge Files hochladen“Für den Meeting-GPT zum Beispiel: Eine Liste der Teammitglieder mit Rollen, die Projekt-Roadmap, das Template für Meeting-Protokolle. Der GPT nutzt diese Dateien als Referenz — er kennt die Namen, weiss wer wofür zuständig ist, und verwendet das richtige Format.
4. Veröffentlichen
Abschnitt betitelt „4. Veröffentlichen“Drei Optionen:
| Option | Für wen |
|---|---|
| Nur für mich | Persönlicher Assistent |
| Per Link | Team oder ausgewählte Personen |
| GPT Store | Öffentlich für alle ChatGPT-Nutzer |
Was Custom GPTs gut können — und was nicht
Abschnitt betitelt „Was Custom GPTs gut können — und was nicht“Stärken
Abschnitt betitelt „Stärken“- Visueller Builder: Kein Code nötig, auch für Nicht-Techniker zugänglich
- Actions: Echte Tool-Integration über API-Aufrufe — das kann kein Claude Project
- Teilbarkeit: Per Link oder GPT Store mit Millionen Nutzern teilen
- Breite Nutzerbasis: ChatGPT hat die grösste Nutzerbasis aller AI-Plattformen
Einschränkungen
Abschnitt betitelt „Einschränkungen“- Knowledge Files sind nicht sicher: Mit gezielten Prompts können Nutzer den Inhalt hochgeladener Dateien extrahieren. Lade keine vertraulichen Daten hoch, die du nicht teilen willst.
- Kein echtes Memory: Jede Konversation mit einem Custom GPT startet bei null. Es gibt kein projektübergreifendes Gedächtnis.
- Nur ein Kontext-Typ: Instructions und Knowledge Files — keine Trennung zwischen “Regeln” und “Referenzwissen” wie bei Claude Projects.
- GPT Store Monetarisierung eingestellt: Das Programm für Einnahmen durch den GPT Store wurde Mitte 2025 beendet.
Vergleich: Custom GPTs vs. Claude Projects
Abschnitt betitelt „Vergleich: Custom GPTs vs. Claude Projects“| Aspekt | Custom GPTs | Claude Projects |
|---|---|---|
| Metapher | Spezialisiertes Werkzeug | Persistenter Workspace |
| Kontext-Setup | Instructions + Files in einem Feld | Instructions und Knowledge Base getrennt |
| Multi-Chat | Jeder Chat startet neu | Knowledge Base gilt für alle Chats |
| Teilbarkeit | GPT Store, Link, privat | Team-Sharing (Team/Enterprise) |
| API-Integration | Ja (Actions) | Nein |
| Sicherheit der Wissensbasis | Extrahierbar | Im Projekt geschützt |
| Verfügbarkeit | ChatGPT Plus/Team/Enterprise | Claude Free (5 Projekte) bis Enterprise |
Wann was wählen?
Abschnitt betitelt „Wann was wählen?“Custom GPT, wenn du:
- Einen spezialisierten Assistenten für eine wiederkehrende Aufgabe brauchst
- Den Assistenten mit anderen teilen willst (auch ausserhalb deines Teams)
- API-Integration brauchst (z.B. Daten aus einem CRM abrufen)
Claude Project, wenn du:
- Einen Workspace für fortlaufende Arbeit brauchst (mehrere Chats, ein Kontext)
- Vertrauliche Dokumente als Wissensbasis nutzen willst
- Wert auf die Trennung von Regeln und Referenzwissen legst
Beide, wenn du verschiedene AI-Tools für verschiedene Aufgaben nutzt — was für die meisten Knowledge Worker der sinnvollste Ansatz ist.
Probier es aus
Abschnitt betitelt „Probier es aus“Übung 1: Dein erster Custom GPT
Abschnitt betitelt „Übung 1: Dein erster Custom GPT“Erstelle einen Custom GPT für eine Aufgabe, die du mindestens wöchentlich machst. Schreibe Instructions mit Rolle, Aufgabe, Format und Regeln. Teste mit 3 realen Anfragen.
Übung 2: Knowledge File testen
Abschnitt betitelt „Übung 2: Knowledge File testen“Lade ein nicht-vertrauliches Dokument als Knowledge File hoch (z.B. einen öffentlichen Style Guide). Stelle Fragen dazu. Beobachte, wie der GPT das Dokument nutzt — und wo er es ignoriert.
Übung 3: Vergleichstest
Abschnitt betitelt „Übung 3: Vergleichstest“Nimm dieselbe Aufgabe und richte sie einmal als Custom GPT und einmal als Claude Project ein. Stelle identische Anfragen an beide. Notiere die Unterschiede in Qualität, Komfort und Kontrolle.
Weiter gedacht
Abschnitt betitelt „Weiter gedacht“Custom GPTs und Claude Projects lösen dasselbe Grundproblem — persistenten Kontext — mit unterschiedlichen Philosophien. GPTs sind spezialisierte Werkzeuge zum Teilen. Projects sind Workspaces zum Arbeiten. In der nächsten Lektion siehst du einen fundamental anderen Ansatz: Microsoft 365 Copilot, wo der Kontext nicht hochgeladen wird, sondern live aus deinem Arbeitsalltag kommt.