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Claude Projects: Dein erster persistenter Workspace

L3 Lektion 2 von 5 — Kontext als Infrastruktur
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In Lektion 1 hast du verstanden, warum persistenter Kontext wichtig ist. Jetzt bauen wir einen. Claude Projects Persistente Workspaces in Claude.ai, die Knowledge Base (hochgeladene Dokumente), Custom Instructions und Chat-Verlauf an einem Ort bündeln. Jeder Chat innerhalb eines Projekts hat automatisch Zugriff auf den gesamten Projektkontext. sind die konkreteste Umsetzung des Konzepts “Erkläre deinen Job einmal” — ein Workspace, der Wissen, Regeln und Gespräche zusammenbringt.

Ein Project besteht aus drei Elementen:

ElementWas es tutAnalogie
Knowledge BaseDokumente, die Claude als Referenz nutztDas Regal mit den Handbüchern
Custom InstructionsRegeln für Verhalten, Ton und FormatDas Onboarding-Dokument
ChatsEinzelne Gespräche innerhalb des ProjektsMeetings im selben Büro

Jeder Chat innerhalb eines Projekts hat automatisch Zugriff auf Knowledge Base und Instructions. Du musst nichts kopieren, nichts erklären — der Kontext ist einfach da.

Wichtig: Einzelne Chats teilen ihren Verlauf nicht untereinander. Nur die Knowledge Base und Instructions sind projektübergreifend. Wenn du in Chat A etwas besprichst, weiss Chat B davon nichts — es sei denn, du fügst es zur Knowledge Base hinzu.

Gehe auf claude.ai/projects (oder über die Seitenleiste → “Projects”) und klicke auf ”+ New Project”. Gib einen Namen und eine kurze Beschreibung ein.

Hinweis: Claude kann den Projektnamen und die Beschreibung nicht sehen — sie sind nur für deine Organisation. Alles, was Claude wissen soll, gehört in die Instructions oder die Knowledge Base.

Klicke in der rechten Seitenleiste auf ”+” und lade Dateien hoch:

DateitypFormateLimit
DokumentePDF, DOCX, TXT, CSV, HTML, JSON, EPUB30 MB pro Datei
TabellenXLSX (Code Execution muss aktiviert sein)30 MB pro Datei
BilderJPEG, PNG, GIF, WebP8000 × 8000 px

Was hochladen? Alles, worauf Claude bei Fragen zurückgreifen soll: Style Guides, Projektdokumentation, Wettbewerbsanalysen, Datenblätter, Vorlagen.

Was nicht hochladen? Sensible Daten, die du nicht mit dem AI-Anbieter teilen willst. Prüfe vorher die Datenschutzrichtlinien deines Plans.

Klicke auf “Set project instructions” und schreibe deine Regeln. Hier ein Beispiel für ein Content-Team-Projekt:

Du bist Content-Strategin für [Firmenname].
Kontext:
- Zielgruppe: CTOs und VP Engineering, Unternehmen mit 100-500 Mitarbeitern
- Tone of Voice: fachlich fundiert, aber zugänglich (siehe Brand Guide)
- Kanäle: Blog, LinkedIn, Newsletter
Regeln:
- Jeder Blogpost-Entwurf enthält Headline und Meta-Description
- Nutze die hochgeladene SEO-Keyword-Liste
- Kennzeichne Aussagen, die Faktenprüfung brauchen
- Absätze maximal 4 Sätze

Starte einen neuen Chat innerhalb des Projekts. Claude hat sofort Zugriff auf alle hochgeladenen Dateien und folgt deinen Instructions — ohne dass du etwas wiederholen musst.

Lade die Dokumente hoch, die du sonst per Copy-Paste in jeden Chat einfügen würdest: Style Guides, Prozessbeschreibungen, Vorlagen.

Fasse Hintergrundwissen in einem kurzen Dokument zusammen, das Claude als Basis nutzt: “Wer sind unsere Kunden?”, “Was ist unsere Produktstrategie?”, “Welche Begriffe verwenden wir wie?”

Aktualisiere die Knowledge Base regelmässig. Entferne veraltete Dokumente, füge neue hinzu. Die Knowledge Base ist die Quelle der Wahrheit für das Projekt — wenn sie veraltet ist, werden die Antworten es auch.

Du bist [Rolle] für [Kontext].
Regeln:
- [Regel 1]
- [Regel 2]
- [Regel 3]

Für die meisten Anwendungsfälle ausreichend. Klar, kurz, pflegbar.

Bei jeder Analyse gehst du so vor:
1. Zusammenfassung (2-3 Sätze)
2. Kernerkenntnisse (3 Punkte)
3. Handlungsempfehlung
4. Offene Fragen

Gut für wiederkehrende Aufgaben mit gleichem Ablauf.

Mein Kontext:
- [Branche, Team, Produkt]
Output-Regeln:
- Deutsch mit englischen Fachbegriffen
- Bei Unsicherheit: sagen, nicht raten
- Keine Empfehlungen ohne Begründung

Für Projekte, bei denen Qualitätsstandards wichtiger sind als ein fester Ablauf.

Claude bietet drei Ebenen, die unabhängig oder kombiniert funktionieren:

EbeneReichweiteZweck
Profile PreferencesAlle Gespräche, accountweitGlobaler Kontext über dich
Project InstructionsEin einzelnes ProjektProjektspezifische Regeln und Kontext
StylesPro Gespräch oder globalTon und Formatierung (kein inhaltlicher Kontext)

Profile Preferences liefern das “Wer bin ich”. Project Instructions liefern das “Was braucht dieses Projekt”. Styles liefern das “Wie soll es klingen”. Die Kombination aller drei ist der stärkste Kontext, den du auf Claude aufbauen kannst.

PlanProjekteKnowledge BaseRAGSharing
FreeBis zu 5Basis-UploadsNeinNein
ProUnbegrenztVollJa (automatisch)Nein
TeamUnbegrenztVollJaJa (Team)
EnterpriseUnbegrenztVollJaJa (Organisation)

Auf Paid-Plänen skaliert die Knowledge Base automatisch über das Context Window Der Bereich, den ein AI-Modell gleichzeitig 'sehen' kann — deine gesamte bisherige Konversation plus die aktuelle Eingabe. Alles innerhalb dieses Fensters beeinflusst die Antwort. hinaus: Claude aktiviert dann RAG Retrieval Augmented Generation — eine Technik, bei der das AI-Modell relevante Informationen aus einer Wissensbasis abruft, bevor es antwortet. Das erweitert die Kapazität über das Context Window hinaus. automatisch und kann bis zu 10× mehr Inhalte verarbeiten.

Erstelle ein Claude Project für eine wiederkehrende Aufgabe aus deinem Arbeitsalltag. Schreibe Custom Instructions nach dem Muster “Rolle + Regeln”. Lade ein Referenzdokument hoch. Teste mit 3 typischen Anfragen.

Nutze das Project eine Woche lang. Notiere, wo Claude vom gewünschten Verhalten abweicht. Passe die Instructions gezielt an — eine Regel pro Problem. Beobachte, ob sich die Ergebnisse verbessern.

Experimentiere: Was gehört in die Instructions (Regeln, Verhalten) und was in die Knowledge Base (Fakten, Referenzen)? Verschiebe ein Dokument von der Knowledge Base in die Instructions und umgekehrt. Beobachte den Unterschied.

Claude Projects sind eine von mehreren Möglichkeiten, persistenten Kontext aufzubauen. In der nächsten Lektion lernst du Custom GPTs kennen — OpenAIs Ansatz für dasselbe Problem, mit eigenen Stärken und Einschränkungen. Der Vergleich hilft dir zu verstehen, welches Tool wann das richtige ist.

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