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Aufgabentypen: Dein Prompt-Werkzeugkasten

L2 Lektion 4 von 5 — Bewusst Prompten
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Du kennst jetzt die Anatomie eines guten Prompt Die Eingabe, die du an ein AI-Modell sendest — deine Frage, Anweisung oder Aufgabe. (Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, Einschränkungen) und weisst, wie du iterativ verfeinerst. In dieser Lektion siehst du, wie das Ganze in der Praxis aussieht — für sechs typische Aufgaben aus dem Arbeitsalltag.

Jedes Beispiel nutzt die fünf Bausteine aus Lektion 01. Achte darauf, wie jeder Prompt Rolle, Kontext und Format gezielt einsetzt.

Texte erstellen — von der internen E-Mail bis zur Kundenansprache.

Du bist Kommunikationsverantwortlicher in einem mittelständischen Unternehmen. Schreibe eine interne Ankündigungs-E-Mail: Ab 1. Mai gilt ein hybrides Arbeitsmodell (3 Tage Büro, 2 Tage Remote). Ton: positiv, aber sachlich. Nenne als Ansprechpartner die Personalabteilung und kündige ein FAQ-Dokument an. Maximal 200 Wörter.

Warum das funktioniert: Rolle (Kommunikationsverantwortlicher) steuert den Ton. Kontext (hybrides Modell, Datum, Aufteilung) eliminiert Rückfragen. Format-Constraints (200 Wörter, E-Mail) verhindern einen Aufsatz.

Daten auswerten, Muster erkennen, Handlungsempfehlungen ableiten.

Hier sind unsere Kundenkündigungsdaten der letzten 6 Monate: [Daten einfügen]. Identifiziere die 3 wichtigsten Faktoren, die mit Kündigungen korrelieren. Für jeden Faktor: Evidenz, Konfidenz (hoch/mittel/niedrig) und eine konkrete Gegenmassnahme. Stelle das Ergebnis als Tabelle dar.

Warum das funktioniert: Die Aufgabe ist präzise eingegrenzt (3 Faktoren, nicht „alles”). Das Tabellenformat erzwingt Struktur. Die Konfidenz-Bewertung zwingt die AI, ihre eigene Sicherheit einzuordnen — das macht Schwachstellen sichtbar.

Lange Texte auf das Wesentliche reduzieren — für Leute mit wenig Zeit.

Fasse den folgenden Artikel (ca. 2.000 Wörter) in 3 Bullet Points zusammen. Jeder Punkt maximal ein Satz. Fokus: Kernaussage, wichtigstes Argument, praktische Relevanz für Projektleiter. Für jemanden, der 30 Sekunden Zeit hat.

Warum das funktioniert: „3 Bullet Points, je ein Satz” verhindert eine halbe Seite Zusammenfassung. Der Zielgruppen-Hinweis (Projektleiter, 30 Sekunden) steuert, was relevant ist und was wegfällt.

Nicht Wort-für-Wort, sondern Sinn-für-Sinn — mit Gespür für Zielgruppe und Ton.

Übersetze die folgende Produktbeschreibung von Englisch nach Deutsch. Behalte den Marketing-Ton bei — natürliches Deutsch, keine wörtliche Übersetzung. Technische Begriffe (API, SaaS, Dashboard) bleiben auf Englisch. Zielgruppe: IT-Entscheider im DACH-Raum.

Warum das funktioniert: „Natürliches Deutsch, keine wörtliche Übersetzung” ist die entscheidende Einschränkung. Ohne sie produziert AI oft steife Übersetzungen. Der Hinweis auf die Zielgruppe steuert Formalitätsgrad und Wortwahl.

Ideen generieren — mit Struktur, damit die Liste brauchbar bleibt.

Ich muss die Beteiligung an unseren vierteljährlichen All-Hands-Meetings steigern. Aktuell: niedrige Teilnahme, negatives Feedback („zu lang, zu langweilig”). Generiere 10 kreative Ideen. Mischung aus praktisch/kostengünstig und ambitioniert. Für jede Idee: ein Satz zum Umsetzungsaufwand (niedrig/mittel/hoch).

Warum das funktioniert: Kontext (niedriges Engagement, konkretes Feedback) verhindert generische Vorschläge. Die Mischung aus pragmatisch und ambitioniert gibt der AI Spielraum. Der Aufwand-Hinweis macht die Liste sofort priorisierbar.

AI kann auch technische Aufgaben lösen — und sie dir erklären, sodass du sie anpassen kannst.

Schreibe eine Excel-Formel für den gewichteten Durchschnitt der Zellen B2:B10 mit den Gewichtungen in C2:C10. Erkläre danach in einfacher Sprache, was jeder Teil der Formel tut, damit ich sie für andere Bereiche anpassen kann.

Warum das funktioniert: Die Aufgabe allein würde reichen — aber die Erklärung macht den Unterschied. Statt eine Formel blind zu kopieren, verstehst du, was sie tut. Das ist der Unterschied zwischen Abhängigkeit und Kompetenzaufbau.

  1. Wähle einen der sechs Aufgabentypen, der zu deinem nächsten echten Arbeitsprojekt passt.
  2. Nimm das Beispiel als Vorlage und passe es an deine Situation an — eigene Rolle, eigenen Kontext, eigenes Format.
  3. Vergleiche das Ergebnis mit einem Prompt ohne diese Struktur. Was fällt dir auf?

Alle sechs Beispiele folgen demselben Muster: Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, Einschränkungen. Das Muster ist wichtiger als die einzelnen Vorlagen. Wenn du es einmal verinnerlicht hast, kannst du es auf jede neue Aufgabe anwenden.

In der nächsten Lektion siehst du das Ganze im direkten Vergleich: Gute vs. schlechte Prompts zeigt dir Seite an Seite, was den Unterschied macht.

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